Thermografie kann bei der Untersuchung einer Gebäudehülle Hinweise auf auffällige Bereiche liefern. Ein buntes Wärmebild ist jedoch keine fertige Diagnose und kein unmittelbarer Nachweis eines bestimmten Wandaufbaus. Messbedingungen und fachliche Auswertung sind entscheidend.

Die Fragestellung vorher festlegen

Klären Sie, ob Anschlüsse untersucht, Unterschiede zwischen Flächen betrachtet oder konkrete Beschwerden eingeordnet werden sollen. Fragen Sie nach den erforderlichen Bedingungen und danach, welche zusätzlichen Informationen benötigt werden. Lassen Sie Ergebnisse erläutern und nicht nur Bilddateien übergeben. Auch die Grenzen der Aussage sollten benannt werden.

Checkliste für Ihr Vorhaben

  • Untersuchungsziel definieren
  • Messbedingungen dokumentieren lassen
  • Auswertung mit Handlungsempfehlung anfordern

BEISPIEL ZUR EINORDNUNG

So könnte es in der Praxis aussehen

Ein Eigentümer erhält ein Wärmebild mit einer auffälligen Fensterkante. Statt daraus selbst eine bestimmte Dämmung abzuleiten, bittet er um Erläuterung von Messbedingungen und Befund. Die Empfehlung kann anschließend mit einer Untersuchung des Anschlusses verbunden werden. Das Bild dient damit als fachlich eingeordneter Hinweis und nicht als alleinige Grundlage einer Materialbestellung.

Dieses Beispiel ist fiktiv und dient der Veranschaulichung.

Worauf Sie besonders achten sollten

Ein einzelnes auffälliges Bild rechtfertigt nicht automatisch eine bestimmte Dämmmaßnahme. Bitten Sie um die Verbindung zwischen Befund und Empfehlung. Falls nötig, muss der Aufbau zusätzlich untersucht werden.

Kann ein Wärmebild den Wandaufbau sicher zeigen?

Nein. Es ersetzt keine Untersuchung der vorhandenen Schichten und muss unter seinen Messbedingungen interpretiert werden.

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